Die schönsten Bio-Erlebnistage 2025

Diese fünf Höfe wurden 2025 für die schönsten Bio-Erlebnistage Bayerns ausgezeichnet.

Wenn Glockenschlag und Apfelpresse zusammenfinden

Zwölf Uhr, die Glocke ruft zum Mittagsgebet. Drüben im Innenhof wird der Grill angeworfen, es riecht nach Kürbissuppe, irgendwo wird der erste Wein entkorkt. Der Klostertag in Plankstetten läuft auf zwei Spuren: drinnen die Stille der Abteikirche, draußen das Summen eines Fests, das langsam Fahrt aufnimmt. Schon am Vormittag haben Kinder und Erwachsene gemeinsam Kürbisse vom Klostergarten geerntet. Zwischendrin, im Abt-Maurus-Saal, erzählt jemand vom Käsereifen, ein anderer vom Brotbacken, ein dritter davon, was die Benediktsregel mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Und am späten Nachmittag dann der Moment, der vielen besonders in Erinnerung bleibt: Klostergärtner Philip Kadner führt eine kleine Gruppe zu den alten Streuobstbäumen an der Klostermauer. Äpfel werden gepflückt, zerkleinert, gepresst. Der Saft tropft in Gläser, die von Hand zu Hand wandern. Keiner hat es eilig. Um halb sechs läutet die Vesper. Ein Tag, an dem zwischen Andacht und Apfelpresse alles seinen Platz fand.

„Ernten – Entdecken – Genießen: BIO ERLEBEN im Kloster Plankstetten!“ · 13. September 2025 · Benediktinerabtei Plankstetten, 92334 Berching · ca. 80 Gäste · Bioland

Hoffest im KlosterGut

Erst kommt das Alphorn. Dann die Country-Band. Dazwischen Alpakas, die geduldig ihre Runden drehen, Kinder, die Blumenkränze binden, und ein Erntedank-Wagen, auf dem sich Kartoffeln, Kürbisse und alles türmt, was der Garten in den letzten Wochen hergegeben hat. Ca. 250 Gäste kommen an diesem Septembersonntag auf das weitläufige Hofareal in Schlehdorf – und erleben, wie aus einem ehemaligen Kloster ein lebendiger Ort geworden ist. Am eindrücklichsten vielleicht die kleine Bühnenshow zwischendurch: Nacheinander treten die Menschen ans Mikrofon, die das KlosterGut tragen. Gärtnerin, Landwirt, Hofcafé-Team, Genossenschafterinnen. Gesichter zu einem Projekt. Danach fühlen sich die Gespräche an den Ständen anders an – persönlicher, konkreter.

„Hoffest KlosterGut Schlehdorf“ · 20. September 2025 · 82444 Schlehdorf · 250 Gäste · Naturland

Bio, wo man es nicht vermutet

Mittags um halb eins in einem Münchner Bürohochhaus. 1.500 Menschen holen sich ihr Essen, wie jeden Tag. Nur ist diese Woche einiges anders. In der Mitarbeiterkantine der Allianz Versicherungs AG läuft auf den Screens, was „Bio“ eigentlich bedeutet. Am Ausgabetresen stehen Lieferanten und erzählen von ihren Höfen. Im Angebot: vegane Bio-Gerichte, täglich neu. Eine Großkantine als Bio-Erlebnisraum – das klingt erstmal unwahrscheinlich. Und genau deshalb funktioniert es. Denn hier erreicht der ökologische Gedanke Menschen in ihrem Alltag, zwischen zwei Meetings, beim Gang zur Salatbar. Bio wird nicht zum Ausflugsziel. Es wird zur Normalität.

„Bio-Erlebniswoche in der Kantine“ · 22. bis 25. September 2025 · Allianz Versicherungs AG, 80802 München · ca. 1.500 Gäste 

35 Jahre, ein Sonntag, 2.500 Gäste

Turnierpferd Rudi lässt sich streicheln. Die Milchkuh auch. Daneben tobt eine Strohhüpfburg, und vom Feld her kommt gerade eine Traktor-Kutschfahrt zurück. Es ist der 21. September 2025, der Demeterhof Mondel in Unterstrahlbach feiert seinen 35. Geburtstag und über 2.500 Menschen feiern mit. Überall duftet es: nach Zwiebelkuchen, nach Käsespätzle, nach Bratwürsten vom eigenen Hof. An den Ständen des Kunstmarkts werden Ton und Kalligraphie, Holz und Stoffe gezeigt. Eine Blasmusikkapelle spielt, eine Trommelgruppe antwortet, dazwischen erzählt jemand Märchen zur Musik. Die bemerkenswerteste Beobachtung an diesem Tag: Trotz des Andrangs bleibt die Stimmung gelassen. Keine Hektik, kein Gedränge – nur das entspannte Gefühl eines Hofes, der auch nach 35 Jahren noch weiß, wie Feiern geht.

„Jubiläums Hoffest – 35 Jahre Demeterhof Mondel“ · 21. September 2025 · Unterstrahlbach, 91413 Neustadt a. d. Aisch · über 2.500 Gäste · Demeter

Als die Bio-Königin durch den Markt zog

Sonntagvormittag im Innenhof des Würzburger Landratsamtes. Zwei Königinnen ziehen durch die Reihen – die bayerische Bio-Königin und die fränkische Apfelkönigin – im Gespräch mit dem Landrat, im Austausch mit den Ausstellern. An den Obstkisten schreibt jemand von Hand Sortenschilder: Elstar, Boskoop, Santana, Rubinette. Bei der Apfelverkostung beißen Menschen, die sich gerade eben kennengelernt haben, gemeinsam in dieselben Sorten. Dann das Safttasting, die Bio-Weinprobe, das Äpfelstapeln für die Kinder. Schmankerl an jeder Ecke, Wein, Apfelschorle, frisch Gepresstes – und immer noch Nachschub: 900 Gäste sind gekommen, der Andrang so groß, dass zwischendurch ein Bio‑Bauer spontan Kartoffeln und Kürbisse nachlieferte. Ein Marktsonntag, der zeigt, was entsteht, wenn Bio und Streuobst zusammenkommen – und eine ganze Region mitmacht.

„Bio- & Streuobstmarkt“ · 28. September 2025 · Innenhof Landratsamt, 97070 Würzburg · ÖMR stadt.land.wü und Kreisverband für Gartenkultur&Land · ca. 900 Gäste · Biokreis, EU-Bio